Norbert Alberti

»Flüchtlinge«  Bleistift auf Papier  100x70 cm 1999

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»Scheune«  Bleistift auf Papier  100x70 cm 1999

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„Eisenbahnwaggons“ 2003 | „Ein Sockel“ 2002 | „Eine Wiese“ 2003 | 

„Ein Kraftwerk“ 2003 | „Herr Minister Scharping in Badehose“ 2003 | „Ein Panzer“ 2003 | Bleistift auf Papier, je 24 x 32 cm

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„Zwei Hotels“ 2000 | „Zwei Türme“ 2002 | Ein Palästinenser“ 2000 | 

„Ein Haus“ 2001 | „BSE“ 2001 | „Eine Kirche“ 2000 | Bleistift auf Papier, je 24 x 32 cm

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Hobby: Zeichner


Es ist eine einfache Zeichnung: Ein mächtiges herzförmiges Gebilde wie ein Planet in der Mitte, drumherum drei kleine Trabanten. Alle haben sie sehr zart angedeutete Arme und Beine. Zerbrechlich und ohne Halt wirken die Extremitäten gegenüber der Wucht und Schwärze der übrigen Binnenschraffur. Darunter die Andeutung eines Schiffes. Die Zeichnung „Flüchtlinge“ entstand unter dem Eindruck der Medienberichterstattungen einer Schiffskatastrophe in der Folge des zweiten Jugoslawienkrieges 1999. Sie ist kein Betroffenheitsbild. Keine Anklage. Sie wirkt eher wie eine philosophische Reflexion. Thematisch hat sie nicht an Aktualität verloren. 


In den Arbeiten von Norbert Alberti begegnet uns keine heile, heitere Welt in bunten Farben, wie man sie häufig bei Menschen mit einer geistigen Behinderung findet. Meist arbeitete er mit Bleistift und Graphitstift, selten griff er zum farbigen Buntstift. Eindrücke aus seiner unmittelbaren Umgebung, Reiseerinnerungen, aber auch tagespolitische Themen in den Medien waren Anlässe für seine Zeichnungen. Er interessierte sich sehr für die Nachrichten. 


Ein spontane Idee wird in einer schnellen Umrisszeichnung umgesetzt und in langer Arbeit sorgfältig ausschraffiert. Arbeitsspuren, Wischspuren und Kaffeeflecken bleiben stehen. 


Norbert Alberti wuchs im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb auf. Seit 1998 lebt er in einem Wohnheim für geistig behinderte Menschen in Rüdesheim-Aulhausen. Zum Atelier fand er während eines Klinikaufenthaltes bei Vitos Rheingau 1999. Zwischen 1999 und 2004 nutzte er seine „private Hobbywerkstatt“ einmal pro Woche. Nach einer Reform im Gesundheitswesen wurden seine Fahrten ins Atelier nicht mehr durch die Krankenkassen finanziert.

© Vitos Rheingau Atelier + Helmut Mair