Musiker, Spaßiker, Komiker
Sein Vater war Polizist in Litauen, „auf der Flucht erschossen“, seine Mutter während der Nachkriegswirren mit vier Kindern vollkommen überfordert. Bruno Krauledies kam erst ins Heim, dann in eine Gastfamilie auf einen Bauernhof. Hier war er der Knecht. Nein, er hatte nicht immer Glück im Leben. Ausbildung zum Schmied, später Gelegenheitsarbeiter, Binnenschiffer, Kranfahrer und schließlich verdiente er sein Geld als Straßenmusikant. Und trotzdem: seinen Humor hat er nicht verloren. Es scheint fast so, als sei er ihm nicht nur in die Augenfalten eingeschrieben, sondern als habe er ihn auch im Zeichenstift verinnerlicht. Bruno Krauledies arbeitet oft nach Motiven aus der Kunstgeschichte. So verlegt er eine Mariä Verkündigung auch schon einmal in den Rotlichtbezirk („Open“, 2012), oder kombiniert eine Mariendarstellung mit anderen Strahlungsquellen („Madonna mit Mikrowelle“, 2011). Zwölfmal wurde er erfolgreich reanimiert. Seine Nahtoderlebnisse mögen an der Tiefe seiner Bilder einen Anteil haben, die hinter den humoristischen Anspielungen auf ältere und neuere Meisterwerke ebenfalls zu entdecken ist.
© Vitos Rheingau Atelier + Helmut Mair